Chemie-AG besichtigt das Zentrallabor des Städtischen Klinikums
Spannende Einblicke in die Arbeit des Zentrallabors des Städtischen Klinikums erhielt die Chemie-AG, die die Eduard-Stieler-Schule in Kooperation mit der Konrad-Adenauer-Schule durchführt. Die zehn Schülerinnen und Schüler wurden von der Leiterin des Zentrallabors, Frau Dr. Heike Weißer, herzlich empfangen. Gleich zu Beginn erfuhren sie, dass dort täglich rund 600 bis 800 Proben untersucht würden – eine beeindruckende Zahl, die die Bedeutung der Labormedizin verdeutlicht.
Frau Dr. Weißer führte die Jugendlichen fachkundig an den unterschiedlichen Analysengeräten vorbei.
Besonders beeindruckend war die sogenannte „Ordnungsstraße“ - ein hochmodernes Gerät, das die Proben automatisch den jeweiligen Analysen zuordnet und die entsprechende Probenvorbereitung durchführt. Sogar eine integrierte Zentrifuge gehört zu diesem komplexen System und ermöglicht es, die Proben bei Bedarf vollautomatisch zu zentrifugieren.
Ebenso faszinierend war die „Analysenstraße“, ein weiteres hochentwickeltes Gerät, das unterschiedliche Untersuchungen selbstständig durchführt. Die gewonnenen Messwerte werden dabei digital erfasst und ausgewertet, was eine schnelle und präzise Diagnostik ermöglicht.
Ein weiteres Highlight war die Auswertung eines Blutausstrichs am Bildschirm. Die Schülerinnen und Schüler lernten dabei, Erythrozyten, Leukozyten und Blutplättchen voneinander zu unterscheiden und erhielten so einen anschaulichen Einblick in die medizinische Laboranalyse.
Zum Abschluss der Besichtigung zeigte Frau Dr. Weißer die Kühlschränke mit den Blutreserven des Städtischen Klinikums. Die Jugendlichen erfuhren, dass das gespendete Blut beim Deutschen Roten Kreuz in einer Hochleistungszentrifuge geschleudert und in seine unterschiedlichen Bestandteile getrennt werde.
Durch die unterschiedlichen Dichten entstehen dabei mithilfe spezieller Verfahren DREI Fraktionen:
- Erythrozytenkonzentrate (rote Blutkörperchen): Für Patienten mit Anämie, nach großen Blutverlusten oder bei komplexen Operationen.
- Thrombozytenkonzentrate (Blutplättchen): Wichtig bei Blutungsneigung, oft bei Krebstherapien oder nach Knochenmarktransplantationen.
- Gefrorenes Frischplasma (GFP): Als Gerinnungsfaktorersatz bei Gerinnungsstörungen oder zur Herstellung lebenswichtiger Medikamente.
Bevor eine Blutkomponente jedoch zur Anwendung kommen darf, müsse sie eine Reihe von strengen Labortests bestehen. Gerade in den Sommermonaten komme es zu Engpässen in der Blutkonservenversorgung betont Frau Dr. Weißer. Umso wichtiger sei es, dass möglichst viele Menschen Blut spenden!
Die Chemie-AG zeigte sich begeistert von der lehrreichen Besichtigung und bedankt sich ganz herzlich bei Frau Dr. Weißer für die eindrucksvollen Einblicke in die moderne Laborarbeit.
Text und Bild: Petra Weber