„In bunten Bildern wenig Klarheit, / Viel Irrtum und ein Fünkchen Wahrheit“ - Theaterbesuch der Jahrgangsstufe 12 des Beruflichen Gymnasiums

Am Dienstag, den 23. Juni 2023, machten sich 32 Schülerinnen und Schüler des Beruflichen Gymnasiums mit ihren Deutschlehrkräften Alexander Klinke, Steffen Lüdicke und Carmen Mötzung auf den Weg nach Frankfurt, um zu erkennen, „was die Welt / Im Innersten zusammenhält“. Ziel war „DIE KATAKOMBE“, in der Johann Wolfgang von Goethes „Faust. Der Tragödie erster Teil“ dargeboten wurde.

Die Inszenierung von Carola Moritz zeigte Goethes Werk nahezu wortgetreu und gab der Handlung gleichzeitig einen aktuellen Rahmen: „Faust als schöngeistiger Intellektueller und Modeschöpfer, der den Zenit seiner Karriere überschritten hat, ein moderner Großstädter, erfolgreich, getrieben und erschöpft von der eigenen Rastlosigkeit“ (Programmheft). Dieser Dr. Faust, gespielt von Christoph Gérard Stein, lässt sich auf den Teufel Mephistopheles ein, nimmt in der Hexenküche die angebotene Droge zur Verjüngung an, verführt Gretchen und stürzt sie mit Wollust ins Verderben.

Jürgen Knittl verkörperte Mephistopheles, den Drahtzieher allen Übels, in beeindruckender Weise als manipulativen, selbstgefälligen und spöttisch-überheblichen Gegenspieler Gottes. Die Übertragung der Thematik auf heutige gesellschaftliche Problematiken wie Fast Fashion, Konsumüberfluss, Geld, Macht, Gier und Skrupellosigkeit kam bei den Schülerinnen und Schülerin unterschiedlich gut an. Es stellte sich die Frage, inwiefern die Kerngedanken des Autors noch darin zu finden seien oder ob die Tragödie dadurch zu stark politisch vereinnahmt werde. Insgesamt regte die Vorstellung zum Gespräch an und ließ die Prüfungslektüre lebendiger und erfahrbarer werden.

 

Text und Bilder: Carmen Mötzung

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