„Juden in Fulda“ an der Eduard-Stieler-Schule

Ausstellung trägt zur Allgemeinbildung bei

Schulleiter Dr. Rudolf Drexler konnte am Montag den 01. Februar etwa 50 Personen, darunter einen Geschichts-Grundkurs des Beruflichen Gymnasiums sowie zahlreiche Lehrer und interessierte Gäste zur Eröffnung der Ausstellung „200 Jahre Emanzipation der Juden in Fulda und Region“ im Foyer der Schule begrüßen. Drexler begann seine Ausführungen mit dem Zitat von Richard von Weizsäcker, „Wer vor der Vergangenheit die Augen verschließt, wird blind für die Gegenwart“, um dann die Bedeutungsveränderung des aus dem Lateinischen entlehnten Begriffs „Emanzipation“ zu entwickeln, der nunmehr die „Befreiung aus Fesseln der Diskriminierung“ beschreibt. Die Augen dürfe man einerseits ebenso wenig vor den zwischen 1933 und 1945 begangenen Verbrechen verschließen, andererseits müsse aber auch die Emanzipation, die sich besonders positiv auf die Entwicklung von Gewerbe und Handel auswirkte, Beachtung finden.

Dr. Michael Imhof, der die insgesamt 47 Bild- und Texttafeln gemeinsam mit Joachim Schulz konzipiert hatte, bezeichnete die Juden als „Motoren der Moderne“, hätten sie sich doch mit Beginn der Aufklärung Schritt für Schritt neue Berufe zugänglich machen können. Auch die US-amerikanische Verfassung sowie die Gedanken und Ideale der Französischen Revolution hatten ihren Anteil an der Verbesserung der Lage der jüdischen Mitbürger auch in der Region Fulda. So veränderten die jüdischen Kaufleute die Infrastruktur des Handels, indem sie ein breit gefächertes Warenangebot in ihren Geschäften vorhielten, was ganz besonders dörflichen Bevölkerungsteilen zu Gute kam. Dies alles sollte in der Zeit des Nationalsozialismus zunichte gemacht werden. Bis sich dann etwa parallel dazu neue Perspektiven für eine jüdische Nation zunächst in Palästina, dann in Israel entwickelten. Imhof ermunterte die Zuhörer dazu, nach Besichtigung der Ausstellung mit einem anderen Blick durch Fuldas Straßen zu gehen.

Dr. Michael Imhof und Joachim Schulz führten dann die Besucher in zwei Gruppen durch die Ausstellung, die noch bis zum 22. März in der Eduard-Stieler-Schule besucht werden kann. Die graphische Umsetzung der eindrucksvollen, zum Teil wandgroßen Bildtafeln mit etwa 100 Jahre alten Motiven aus Fulda und Umgebung wurde von Gregor Botzet, Thomas Landgraf und Viola Riesner realisiert.

„Juden in Fulda“ an der Eduard-Stieler-Schule
Foto: Bernhard Ilsemann

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